Studienordnung

A. Vorbemerkung

Alle rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Einzelheiten des Studiums werden durch den Lehrgangsvertrag und die Hausordnung geregelt.

Diese Studienordnung dient einerseits dem Ziel, die notwendigen Bestandteile des Studiums zu beschreiben, andererseits soll sie helfen, das in einem Portfolio und einer Studienurkunde zum Testat geronnene Studium so abzubilden, das dem Bedürfnis künftiger Arbeitsorte (Schulen) nach begründeter Empfehlung und dem Anspruch anerkennender Instanzen (Schulbehörde, Arbeitsamt, …) auf Befähigungsnachweis Rechnung getragen wird. Dabei soll der wesentliche innere Entwicklungsprozess nicht durch Orientierung an Formalismen veräußerlicht werden, sondern durch Fixierung nachvollziehbarer Erfahrungsstationen möglichst verbindlich und transparent dargestellt sein.

B. Ausbildungsbeiträge der SeminaristInnen

1. Studiennachweis

Regelmäßige Anwesenheit bei den Ausbildungsveranstaltungen wird vorausgesetzt und per Anwesenheitsliste im Klassenbuch dokumentiert.

Bei Fehlzeiten von mehr als 10 % sind die Stunden durch den Besuch von Ausbildungs-veranstaltungen des nachfolgenden Studienganges nachzuholen. Die Anerkennung externer Fortbildungen, Praktika, Gastepochen, Teildeputate und dergleichen sind bei der Seminarleitung zu beantragen.

2. Besondere Ausbildungsveranstaltungen

Über den regelmäßigen Unterricht (Freitag Abend) hinaus ist die Teilnahme an den Intensivwochenenden, Blockseminaren, einer fachdidaktischen Weiterbildung und den Abschlussreferaten verpflichtend.

3. Methodische Einzelaufgaben

Im Seminar oder während der Praktika erbrachte Einzelleistungen wie

– Stundenentwürfe/ Epochenplanung

– Tafelbilder/ -texte

– Lied- oder Gedichteinführung

– Entwürfe zum rhythmischen Teil

– Beurteilungsbeispiele (Epochenhefte, Klassenarbeiten, Zeugnis)

sind zu dokumentieren und im Portfolio zu sammeln.

4. Hospitations-/ Praktikumsberichte

Zur ersten Hospitation und zu den 4-wöchigen Praktika schreiben die SeminaristInnen je einen Bericht mit zuvor besprochenen Schwerpunkten (ca. 2 -4 Seiten). Die Berichte sind spätestens 14 Tage nach der Hospitation bzw. dem Praktikum abzugeben.

5. Projektarbeiten/ Abschlussarbeit

Innerhalb jedes Studienjahres über einen Zeitraum von ca. 4 Wochen eine Projektarbeit anzufertigen und vorzustellen.
Am Ende der Ausbildungszeit ist die Abschlussarbeit anzufertigen. Hierbei geht es um die schriftliche Vertiefung auf einem Gebiet der Grundlagen, der Menschenkunde oder der Methodik (Umfang ca. 10 – 20 Seiten). Thema, Umfang und Durchführung der Arbeit werden mit einem/r selbst gewählten MentorIn (aus dem DozentInnenkollegium) abgesprochen. Nach Abgabe der Arbeit ist das Thema mündlich zu einem der vorgesehenen Termine für Abschlußreferate vorzustellen.
Das Thema sollte im zweiten Studienjahr bis zu den Winterferien gewählt sein, die Abgabe erfolgt nach den Sommerferien (genauer Termin nach Bekanntgabe).

6. Selbststudium

Die behandelten Inhalte aus den Ausbildungsveranstaltungen sind im Selbststudium zu vertiefen. Die Schwerpunkte werden dabei von den TeilnehmerInnen eigenverantwortlich festgelegt. Die DozentInnen sind angehalten, das Selbststudium durch geeignete Literaturhinweise zu unterstützen.

6. Portfolio

Die Dokumentation methodischer Einzelaufgaben nach Punkt 3 und im Seminar erbrachter künstlerischer Arbeiten sowie die Hospitations- und Praktikumsberichte werden von den TeilnehmerInnen eigenverantwortlich in einer Mappe gesammelt und sinnvoll geordnet. Ebenso sollen Ergebnisse des Selbststudiums und ausgewählte, für die persönliche Entwicklung als besonders wichtig eingeschätzte Inhalte aus den Lehrveranstaltungen einfließen. Die Mappe ist regelmäßig zu führen, zu den Kolloquien mitzubringen und rechtzeitig (mindestens 2 Wochen) vor Ende der Ausbildung vorzulegen. Das Portfolio ist eine der Voraussetzungen für einen erfolgreichen Seminarabschluss und die Aushändigung der Studienurkunde.

C. Ausbildungsbeitrag der Schulen

1. Hospitation / Praktika

Während einer 2-wöchigen Hospitation erhalten die SeminaristInnen Einblick in den Haupt- und Fachunterricht sowie das Konferenz- und Schulleben einer Waldorfschule. Eine erste Hospitation sollte bei Berufseinsteigern so früh wie möglich innerhalb des ersten Studienjahres liegen.
Die Praktika geben Gelegenheit zur Planung, Durchführung und Auswertung eines Unterrichtsvorhabens unter der Betreuung eines/r erfahrenen Mentors/in.
Es sind mindestens zwei Praktika über einen Zeitraum von 4 Wochen zu absolvieren.
In Kolloquien und persönlichen Gesprächen findet eine Beratung zu sinnvollen Praktikumsplätzen und Unterstützung bei der Vermittlung statt.

2. Bericht der MentorInnen

Zur Hospitation erfolgt ein mündlicher, über die Praktika je ein knapper (1-2 Seiten) schriftlicher Bericht der MentorInnen an das Seminarkollegium, über den die SeminaristInnen informiert werden.

D. Ausbildungsbeitrag des Seminars

1. Unterricht

Das Seminarkollegium gewährleistet eine Ausbildung nach Plan in den Bereichen:

anthroposophische und anthropologische Grundlagen der Waldorfpädagogik,
exemplarische Methodik des Klassenlehrer- und Oberstufenunterrichts, künstlerische Übungen in den bildenden Künsten, Eurythmie, Musik, Sprachgestaltung und Schauspiel.

2. Beratung

Jederzeit wird der Ausbildungsprozess durch beratende Gespräche begleitet. Nach den Praktika erfolgt eine Einzelberatung über die pädagogischen Perspektiven der SeminaristInnen. Bei dieser Gelegenheit können auch die vorzeitige Beendigung der Ausbildung oder besondere Einzelfallentscheidungen vereinbart werden.

3. Testierung

Die Vergabe der Studienurkunde erfolgt unter Berücksichtigung aller oben beschriebenen Ausbildungsbeiträge, der unterrichtlichen Beteiligung und in Würdigung des gesamten Persönlichkeitseindrucks durch die Seminarleitung.

Die Studienurkunde kann auch Einschränkungen z. B. Klassenstufen, Fächer oder Eigenverantwortlichkeit des Unterrichtes beinhalten.

Ist eine Vergabe der Studienurkunde nicht möglich, kann diese auf Antrag durch eine Teilnahmebescheinigung ersetzt werden.

Auch eine uneingeschränkte Studienurkunde ist keine Garantie für eine Einstellung an einer Waldorfschule oder eine Unterrichtsgenehmigung durch die zuständige Behörde.

 

Die Seminarleitung

Stand 24. 05. 2016